Einblick in die Handlungsspielräume von Displaced Persons im Verlauf der Nachkriegszeit und die Methoden ihrer Erforschung

Hilflose Empfänger*innen humanitärer Hilfen oder Objekte eines weltweiten Umverteilungsprojektes – so werden Displaced Persons (DP) oftmals dargestellt und stilisiert. Entgegen diesem Narrativ sollen in dem vorliegenden Beitrag DPs nicht lediglich als Objekte, sondern als Akteur*innen ihrer Zeit betrachtet werden.1 Zur Untersuchung ihrer Rolle bietet sich einerseits eine Untersuchung eigenbestimmter Handlungen von DPs im Bezug auf Andenken bzw. Beschäftigung mit der eigenen unmittelbaren Vergangenheit an, andererseits die Beschäftigung mit der unmittelbaren und mittelbaren Zukunft.

Die United Nations Relief and Rehabilitation Administration, die Organisation, welche eigens zur Repatriierung der Displaced Persons ins Leben gerufen wurde, stellte folgende offizielle Definition auf, nach der DPs „civillians outside the national boundaries of their country by reason of war2 umfassten. Die Problematik des Terminus liegt primär in der Heterogenität der Gruppierung: Wie im Weiteren lesbar,  waren Rahmenbedingungen für den Handlungsspielraum von DPs je nach Nationalität unterschiedlich und veränderte sich im Verlauf der Nachkriegszeit durchgehend. Daher sind Begriffe wie Freiheit und Entscheidungsgewalt in diesem Themenbereich besonders abhängig von ihrer jeweiligen Kontextualisierung und stets mit Vorsicht zu betrachten. Darüber hinaus schließt der Begriff jene Menschen aus, die vergeblich versuchten, den DP-Status zu erhalten; diese können im Rahmen dieses Beitrags jedoch nicht miteinbezogen werden. Stattdessen soll auf Grundlage der Definition der UNRRA anhand ausgewählter Fallbeispiele auf DPs als Akteur*innen eingegangen werden.

Dabei gilt es eine weite Varietät an Quellen in Betracht zu ziehen. Tagebücher, Memoiren, Briefe und Zeitzeug*innenaussagen als schriftliche Quellen können hierbei durch bildliche Quellen wie Fotografien ergänzt werden. Zeitungen, Briefe und Memoiren geben dabei häufig Aufschluss über das Ausleben von Traditionen, deren Bedeutung im Folgenden näher beleuchtet wird. Zudem muss insbesondere Kunstwerken und Poesie von DPs ein besonderer Stellenwert zugestanden werden, weil die Intention bei der Erstellung solcher Werke zumeist anders ist als bei nicht fiktionalen Texten. Darüber hinaus ermöglicht eine Untersuchung dieser Quellen einen Perspektivwechsel, wobei auch die Unterschiede in Intention und Publikum berücksichtigt werden können. Dies kann ein Weg sein, die Untersuchungen von Forscher*innen und Historiker*innen auszuweiten und somit Bereiche zu beleuchten, denen je nach Schriftsteller*in ein geringerer Wert für die Forschung zugeordnet wurde.

ITS Arolsen, Andreas Greiner-Napp, CC BY-SA 3.0 DE https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/de/deed.en, via Wikimedia Commons

Der Beitrag stützt sich auf die bisherige Forschung zu DPs, bei der bisher jedoch primär Einzelbetrachtung von Lagern oder Hilfsorganisationen erfolgte. Hierbei bedingen die benötigten Übersetzungsleistungen häufig eine starke lokale Fokussierung und Eingrenzung der Untersuchung.3 Darüber hinaus wird in der bisherigen Forschung Biographien nur wenig Beachtung geschenkt. Der Grund dafür ist, dass der Zugang zu einer der größten Sammlungen an DP Informationen, den Arolsen Archives, erst seit 2007 öffentlich ermöglicht wurde. Gerade in diesen Akten mit Fokus auf CM/1 Dokumenten4, besonders im Vergleich mit Dokumenten derselben Personen aus anderen Organisationen, ist der Handlungsspielraum für DPs und verschiedene DP-Gruppen zu erkennen. Im Verbund mit CM/1 Dokumenten ist der Verhandlungsprozess zwischen DPs und der IRO ein wichtiger Untersuchungspunkt, um den Handlungswillen und die Eigenständigkeit von DPs zu erarbeiten. Sie bieten eine andere Perspektive, da Memoiren oder Artikel, ähnlich wie Briefe, mit einem erzählerischen Aspekt für ein anderes ‚Publikum‘ verfasst werden. Grundlage des vorliegenden Beitrags wird jedoch gerade das Zusammenspiel verschiedener Quellen darstellen. Insgesamt soll anhand dieser ein Einblick in Handlungsspielräume von DPs – in Zusammenhang mit körperlicher Autonomie, Tradition und Neu-Erschaffungen erfolgen. Zunächst wird als Voraussetzung der vorliegenden Untersuchung auf die Konzeption von DPs als passive Masse eingegangen werden. Hierbei werden zugleich die verschiedenen Forschungsansätze kritisch reflektiert und mögliche Perspektiven weiterer Untersuchungen aufgezeigt. Im Anschluss wird anhand von Beispielen, die im Zeitraum zwischen den ersten Tagen nach der Befreiung bis hin zum Resettlement stattfanden, auf Handlungsräume und Handlungswille eingegangen werden.

Voraussetzungen

Die Grundlage für das langanhaltende Verständnis von DPs als passive Masse findet ihren Anfang direkt zu Beginn des Wortgebrauchs. Mit der Befreiung als Gruppe ohne Ressourcen verbreitete sich der Begriff ‚DP-Problem‘ bis in die akademische Literatur. Die daraus hervorgehende Perspektive deutet den Blick auf DPs als objektivierte Masse an, welche ein zu lösendes Problem darstellt. Bei einer Zahl von ca. 6-7 Millionen DPs in den westlichen Besatzungszonen3 und insgesamt ca. 12 Millionen5 ist die Betrachtung der DPs als Masse durchaus verständlich, die negative Konnotation als Problem spiegelt jedoch die Animositäten, denen DPs ausgesetzt waren wider. Ein Beispiel für die Anonymität, mit der DPs als Masse anstatt als einzelne Personen mit deutlichen, aber wenigen Gemeinsamkeiten verstanden wurden, sind die fotografischen und schriftlichen Aufzeichnungen von Esma Banner. Als Mitarbeiterin der UNRRA war sie in den Lagern in Deutschland tätig, zudem bildete sie Teile ihrer Arbeit als Fotografin ab. Dabei entstanden Bilder mit Überschriften, die nicht selten die Mitarbeiter*innen der UNRRA namentlich erwähnten, während DPs lediglich als Lagerbewohnern*innen kenntlich gemacht wurden. In manchen Fällen waren sie in das Verständnis des Lagers so integriert, dass nur der Lagername selbst als diente.6 Wie sich in der Fotografie widerspiegelt, basieren viele Handlungen um DPs herum auf dem Bild von anonymen Hilflosen.7 Darin ist der weit verbreitete Modus, DPs nicht als Individuen zu betrachten, deutlich.

Das Bild von Hilflosen wurde zudem im ersten Hauptziel der Besatzungsmächte teils verwirklicht, möglichst viele DPs zu repatriieren. So stellten die Besatzungsmächte und Hilfsorganisationen den freiwilligen Rückkehrer*innen einen Großteil der Unterstützung zur Verfügung. Diejenigen, die nicht zurück wollten oder konnten, da ihre Heimat nicht mehr so existierte, wie sie sie verlassen hatten, bekamen geringere Hilfestellungen.8 Ohne Ressourcen und offizielle Dokumente war das Verlassen der Lager und die Niederlassung an einem anderen Ort jedoch kaum möglich; dabei hatte die Erstellung von Dokumenten für Repatriierungsgegner*innen keine Priorität.9 Darüber hinaus war die Organisation der IRO ständigen Veränderungen und neuen Regulationen ausgesetzt, was wiederum Veränderungen in Verhaltensweisen der DPs bedingte, die sich mit ihr auseinandersetzten.10

Die einzigen Gemeinsamkeiten von DPs miteinander sind häufig darin zu sehen, dass sie ihre Heimat bzw. ihr Zuhause verloren hatten, sowie einige bestimmte Kriegserfahrungen als Zwangsarbeiter*innen, Konzentrationslagerinsass*innen, Kriegsflüchtende und Kriegsgefangene. Aber nicht nur Herkunft und Erfahrungen während des Krieges formten eine heterogene Masse, die Umstände in den DP-Lagern und deren Konstruktion, sowie Zusammensetzung, bei der Menschen unterschiedlichen Alters, Geschlecht, sowie sozialen Standes zusammenkamen, waren als Basis für jegliches Handeln ebenso unterschiedlich.

Körperliche Autonomie

Weitere Rahmenbedingungen wurden, beispielsweise im Fall von polnischen DPs, durch eine Gemeindebildung kontrolliert von polnischen Flüchtenden, welche der Elite angehörten, in Zusammenarbeit mit der polnischen Exil-Regierung gebildet. Solche Eliten konnten Einfluss ausüben, da sie durch vorherige akademische Ausbildung und anderen besonderen leitenden Fähigkeiten oftmals Verwaltungspositionen aufsuchen konnten. Bevor sich diese Ordnung jedoch bilden konnte, kam die Zeit unmittelbar nach der Befreiung. Nach den traumatischen Erfahrungen während des Krieges hielt die Nachkriegszeit weitere Herausforderungen bereit. Der Befreiung folgte ein extremes emotionales Auf und Ab. Mit Kriegsende empfanden viele DPs zunächst das Gefühl, wieder selbstbestimmt und frei zu Entscheidungsgewalt über den eigenen Körper und die überschwemmende Erleichterung hielt jedoch nicht lange an. Unsicherheit über die nahe und ferne Zukunft bis hin zu Verbitterung über die Realisierung, dass ein Großteil der Entscheidungsgewalt nicht bei ihnen selbst, sondern bei den Besatzungsmächten lag, stellte DPs erneut vor Machtlosigkeit, wenn auch nicht im gleichen Ausmaße wie zur Kriegszeit.11

Bevor diese Realisierung jedoch stattfinden konnte, nahm die Freude der Befreiung eine wichtige Bedeutung für Handlungsräume ein. Nachdem viele der DPs jahrelang extremer Gewalt und (körperlicher) Unterdrückung, wie Einkerkerung, Folter, Vergewaltigung und Hunger, ausgesetzt waren, überkam sie die Freiheit der Bestimmung über den eigenen Körper mit einer solchen Wucht, dass sie nun in andere Extreme umschlugen.12 Dieser neu- und wiedergewonnene Handlungsspielraum beinhaltete das freie Ausleben von Sexualität, sowie Essen, Trinken und Schlafen nach Belieben. Dabei waren die sozialen Normen der Vorkriegszeit augenblicklich vergessen. Die Befreiung von körperlicher Versklavung brachte eine Befreiung von Tradition mit sich.13 Sexuelle Kontakte ohne eine Einschränkung durch Herkunft, Nationalität und sozialem Stand waren die Folge, sogar bei Verlobungen gab es nach der Befreiung kaum begrenzende Vorschriften.14

Im 1957 veröffentlichen Roman Polonaise Allerheiligen von Tadeusz Nowakowski ist das Ausleben direkt nach der Befreiung beschrieben. Da Nowakowski ehemaliger Konzentrationslagerinsasse war, sind seinem autobiographisch geprägten Manuskript, trotz fiktionaler Elemente, viele wertvolle Informationen zu entnehmen. Hierin gehen nicht nur die Freiheiten über den eigenen Körper hervor, welche ausgelebt wurden. Nowakowski beschreibt die befreiten Menschen als Ansammlung, die nicht nur durch den Verzehr von Essen und Alkohol im Übermaß auffiel, sondern auch Zerstörung, Mord und Vergewaltigung mit sich brachte.15 Nun wurde ausgelebt, was während und teils schon vor dem Krieg verboten und unmöglich war. Das auffallendste Beispiel war die Sexualität, bei der körperliche Autonomie den vorherigen Jahren des Mangels und der Unterdrückung gegenüberstand.

Die United Nations Relief and Rehabilitation Administration brachte diesem Verhalten zusammen mit Eliten16 ein Ende. Da durch das freie sexuelle Ausleben viele Schwangerschaften aufkamen und einige ungewollt waren, ergab sich eine Welle von Abtreibungen und sexuell übertragbaren Krankheiten. Um sexuelle Kontakte zu minimieren, wurden Abtreibungen und damit die Bestimmung über den eigenen Körper wieder stark reguliert.17 Bevor weitere Einschränkungen folgten, waren gesunde junge Männer jedoch die Verkörperung von Macht und Freiheit mit der Möglichkeit nach Belieben zu Reisen. Für Frauen sah dies anders aus, für die Reisen angesichts der Freiheiten von Männern als gefährlich galten. Eine Möglichkeit für weibliche DPs, wenn auch für wenige, war das Bewerben auf einen Zuschuss aus einem Fonds des Britsh Colombia Committees für verwitwete Mütter, was jedoch auch nur eine sehr eingegrenzte Gruppierung von Frauen betraf. Mit einem Startkapital von bis zu 500 Dollar gelang es manchen Müttern kleine Gebäude oder Land zu kaufen und somit neue Existenzen außerhalb von Lagern aufzubauen.18 Zwar brachte die Befreiung damit Frauen die Möglichkeit Aufgaben und Verantwortungen zu übernehmen, welche ihnen zuvor verwehrt waren19, dennoch wurden sie, wenn auch in anderem Ausmaß, weiterhin und abermals unterdrückt und ausgebeutet. Mit dem Wiederaufbau von sozialer Ordnung in Lagern wenige Wochen nach der Befreiung entstand ein neuer Handlungsspielraum: DPs heirateten vermehrt. Was jedoch zunächst als Freiraum gesehen werden kann, basierte zu einem Großteil auf neuen Einschränkungen. Das gehäufte Vorkommen von Hochzeiten entstand durch die befürchtete Ausstoßung, die uneheliche Kinder mit sich brachten. Bei Betrachtung dieses Umstandes entpuppt sich eine scheinbar freie Handlung als von den Sozialstrukturen der Lager erzwungen. Des Weiteren zeigt ein Beispiel aus dem Lager in Heilbronn auf, inwieweit Ehen, und die damit verbundene Abnahme an sexuellen Kontakten, von den Hilfsorganisationen gefordert wurden. Um beispielsweise eine Wohnung zu erhalten, musste ein offizielles Dokument zur Verifizierung der Ehe vorgelegt werden.20 Dennoch gab es die ‚Freiheit‘ dazu, außerhalb der Einschränkungen der Hilfsorganisationen, zu heiraten.21 Wenn also die Rede von Handlungsräumen der DPs ist, muss stets beachtet werden, dass Frauen und Kinder noch einmal mehr Einschränkungen erfuhren als männliche DPs.22

Der Aufbau der Lager

Das wohl bekannteste Beispiel für die Handlungsmacht von DPs ist die Anerkennung von jüdischen DPs als eigene Gruppe. Jüdische DPs wehrten sich direkt zu Beginn gegen die Strukturen der Besatzungsmächte, wenn auch nur mit dem Ziel der Abänderung anstelle von Abschaffung. Ein Großteil der jüdischen Überlebenden weigerte sich, bei der Registrierung zur Ordnung der Lager als Pol*innen, Ungar*innen oder sowjetische Bürger*innen verzeichnet zu werden. Das Verlangen nach einer jüdischen Nationalität als Option führte letztendlich zu der weithin bekannten Umstrukturierung und Organisierung von jüdischen DP Lagern.23 Die Idee von DPs als ahnungslose Masse, welche durch den Registrierungsprozess gescheucht wird, ist dabei gänzlich abzulegen.

Nach der Errichtung von jüdischen Lagern deutet sich der Handlungsdrang vieler DPs, egal welcher Nationalität zugeordnet, darin ab, dass sie während der Registrierung aktiv versuchten, den Anforderungen der Alliierten gerecht zu werden. Ein Beispiel dafür sind polnische Jüd*innen, welche der Nazi- Verfolgung entkamen, indem sie in die östlichen Bereiche der Sowjetunion flohen. Mit der Ankunft in der amerikanischen Besatzungszone 1946 berichteten manche aus Angst vor einer Abweisung über Kriegserfahrungen, die sie so nicht gemacht hatten. Mit Aussagen über Einkerkerung in Konzentrationslagern und Ghettos wurden sie den Gruppen zugewiesen, denen die Alliierten den DP Status zuordneten.24 Damit nahmen DPs Einfluss auf den Registrierungsprozess und letztendlich das gesamte Programm der UNRRA.

Die Unterbringung in einem Lager war für die meisten DPs die einzige Option, was allerdings nicht bedeutete, dass sie sich jeglichen Gegebenheiten anpassten. Sie waren schließlich befreit und hatten Rechte und Ansprüche als freie Menschen. Wenngleich DPs also versuchten, den Registrierungsprozessen gerecht zu werden, so zeigten manche dennoch ihren Anspruch auf Entscheidungsgewalt. So bewiesen über 1000 DPs, dass sie zumindest die wenigen Möglichkeiten nutzen würden, die zur Verfügung standen. Unter der Leitung von Yossel Rosensaft verhinderten sie die Umsiedlung in ein Lager mit schlechteren Lebensverhältnissen. Nach seinem Besuch des von der UNRRA angedachten Lagers verlangte Rosensaft, dass den jüdischen DPs eine Rückkehr ins Lager Belsen ermöglicht werde. Von den Briten abgelehnt, wandte sich Rosensaft direkt an die DPs, die eigenmächtig zurückkehren sollten. Somit wurde ein weiterer Transport verhindert und der Plan, die 10.000 Überlebenden aus Bergen-Belsen auf andere Lager zu verteilen, wurde aufgegeben.25 In Belsen war es auch, dass Norbert Wollheim eine Rede zur Einweihung eines zentralen Gedenksteines hielt, in der er den Briten vorwarf, untätig zugesehen zu haben, als Deutschland den Genozid an Jüd*innen verübte. Als Vizepräsident des ansässigen Komitees entging er dabei nur knapp Sanktionen der britischen Besatzungsmächte.26 Die generelle Anbringung von Gedenktafeln, speziell auffindbar in jüdischen Gemeinden, stellt die früheste Quelle der Erinnerungskultur von DPs dar.27 Gedenken bzw. Andenken sind als Teil des Erhaltens eines Selbstbildes und Traumabewältigung ein wichtiger Einflussbereich, sowohl für das aktuelle Leben der DPs, als auch für ihre Zukunft.

Selbstbild durch Gemeinde und Tradition

Trotz all der Versuche der Ordnung beschlossen die Besatzungsmächte, speziell die britischen und amerikanischen, dass DPs keine Untergesellschaft darstellen sollten. Daraufhin fanden im Herbst 1945 Wahlen für Lager-Komitees statt. Von den Lagerbewohner*innen gewählt erhielten die Vorsitzenden Verwaltungsmacht über die Erhaltung und Instandsetzung der Baracken und weiterer Infrastruktur, die Verwaltung von neuen Ankömmlingen, Sicherheit innerhalb der Lager und Schutz nach Außen sowie die Verteilung von Essensrationen, Kleidung und weiteren Ressourcen.28 Obschon sie dabei nur mit dem arbeiten konnten, was ihnen von den verschiedenen Hilfsorganisationen zur Verfügung gestellt wurde, bestand hier eine Möglichkeit zur Eigenorganisation. Darüber hinaus wurden kulturelle Events, wie Tanzabende, Konzerte und Feiertage organisiert. Hierin wurden unter anderem Traditionen bewahrt; nationale Feiertage wurden mit traditionellen Kostümen und Festzügen gehalten. Im Beispiel der lettischen und weiteren baltischen DPs, deren Heimat von der Sowjetunion belagert wurde, halfen Traditionen im doppelten Sinne eine Orientierung und ein gefestigtes Selbstbild wiederzuerlangen. Feste, Tänze, Gesänge und eine Gemeinschaft, die nicht nur diese aus ihrem Leben vor dem Krieg teilten, sondern auch die Erfahrungen während des Krieges, baten Trost.29 Auch Sportclubs und Wettkämpfe zwischen Lagern kamen so zustande. Im Bildungsbereich ist beispielsweise auf Büchereien, Kindergärten, Grundschulen und weiterführende Schulen in einigen Lagern hinzuweisen. Auch im Gesundheitssektor bildeten sich zügig eigens organisierte Krankenräume bis hin zu Krankenhäusern.28 Mit einem Blick in die Zukunft riefen manche Lagerkomitees Archive ins Leben, um mit der Aufzeichnung des aktuellen Zustandes den Übergang zwischen der Vergangenheit der eigenen Nation und der Zukunft der Lagerbewohner*innen zu dokumentieren.30 Darüber hinaus entwickelte sich eine lager- interne Presse, in welcher in der jeweiligen Sprache Zeitschriften und Journale veröffentlicht wurden. Diese wiesen im Endeffekt jedoch auch Einschränkungen in den Handlungsspielräumen auf, da sie durch die Besatzungsmächte kontrolliert und regelrecht zensiert wurden.

Die so erschaffenen Enklaven, räumlich deutlich durch Zäune von der deutschen Gesellschaft abgetrennt, hatten dennoch beinah täglichen Kontakt zu dieser durch das Arbeiten außerhalb der Lager. Die meisten jüdischen Gemeinden hielten sich jedoch ans Lager, da sie nicht für Deutsche und deren Wirtschaft arbeiten wollten. Aber auch für diese Haltung gab es wenig Freiheit, so konnten sie sich nicht gänzlich von den Deutschen abschotten. Ein Kontakt blieb erzwungenermaßen bestehen, denn obwohl die Ressourcen von den Hilfsorganisationen ausreichend waren, waren sie nicht ausbalanciert genug, um langfristig (psychisch) gesund zu bleiben. Frische Lebensmittel wie verschiedene Gemüse, Eier, Milch, Butter und frisches Fleisch konnten in die Care-Pakete kaum integriert werden und so beteiligten sich viele DPs am Schwarzmarkt mit benachbarten deutschen Bauern.28 Bei den Schwarzmarktaktivitäten handelte es sich also, entgegen der antisemitischen Vorurteile, hauptsächlich um Tauschgeschäfte in welchen DPs ihre Zusatzrationen nutzten, um Grundbedürfnisse zu decken.31

Die Ausgangssituation in baltischen Lagern war jedoch ganz anders. Viele Lagerbewohner*innen aus Litauen, Lettland und Estland konnten mit einem Großteil ihrer Habe fliehen und hatten höhere Ausbildungen. Mit der Möglichkeit, einen ähnlichen Alltagsrhythmus beizubehalten und einer höheren wirtschaftlichen Unabhängigkeit, sowie wenig Veränderung in der Lagerzusammensetzung durch den geringeren Druck von Außen zur Repatriierung, erlangte sie eine hohe Stabilität. Nichtsdestoweniger wollten die Besatzungsmächte politische Aktivitäten und eventuelle Radikalisierungen auch in den baltischen Lagern verhindern.32

Polnische Lager hatten eine wesentlich eingeschränktere Ausgangssituation. Während in baltischen Lagern eine Vielzahl von Eliten und Intellektuellen zusammenkamen, hatte Deutschland die polnischen Eliten gezielt zerstört.33 Egal wie die Bedingungen der jeweiligen Ausgangssituation waren, die Wiederaufnahme von beinah regulären Lebensrhythmen direkt vor den umwohnenden Deutschen und damit den vorherigen Verfolger*innen erfüllte manche DPs mit einem Gefühl von Gerechtigkeit. Rache blieb ein Handlungsantrieb für einige DPs, somit nahm auch das Vorzeigen von und das Kümmern um Neugeborene, eine zwar sehr limitierte aber explizite Form der Abrechnung an.34

All diese Entwicklungen brachten britische und amerikanische Besatzungsmächte in eine gespaltene Position. Während sie einerseits Eigenbestimmung und kulturelle Aktivitäten guthießen, um den Lagerbewohner*innen ihren Willen zu beweisen, sie nicht selber regieren zu wollen, bestand andererseits Sorge um offene Darstellung von Nationalismus und dessen etwaige Folgen. Dennoch war besonders die Bildung mit kulturellem Nationalismus wichtig, um den Lagerbewohner*innen eine Eigenidentifizierung zur Bildung von Gemeinden zu ermöglichen. Dies führte wiederum zum Entstehen eines Zweckes und Handlungsbedarf die politischen Strukturen der Nation aufrecht zu erhalten, der sie sich zugehörig fühlten, von der sie allerdings räumlich getrennt waren. Die gemeinsame Aufgabe, das kulturelle Erbe der Gemeinde zu bewahren, zeigt eine hohe Bedeutung der gemeinschaftlichen Aspekte Geflüchteter auf und ergänzt damit die individuellen Erfahrungen einzelner DPs.35 Als Teil des Selbstbildes beweisen diese das Bedürfnis für und das daraus entstehende Aufrechterhalten von Gemeinden und Verankern der bereits bestehenden Identifizierung.

Die Varietät an bildenden Organisationen, welche innerhalb der Lager aufgebaut wurden, beweisen und förderten das Bedürfnis der DPs, unabhängig und selbstversorgend zu sein.41 Der dabei entstandene Versuch der Alliierten, kulturelle Bildung und politische Bildung voneinander zu trennen, war demnach von vornherein zum Scheitern verurteilt, da das Ausleben und Bilden über die jeweilige Kultur inhärent politisch ist. Besonders im Fall der DP-Lager bedeuteten kulturelle Darstellungen und das Bilden über Tradition den Erhalt der eigenen Nation im Exil.

Gemeindebildung abseits von Tradition

Im Bereich Bildung gab es einen weiteren Raum, welcher die Aktivität von DPs nachweist. In Hamburg wurde auf Initiative von vor allem lettischen Professoren aus dem Raum Lübeck 1946 die Baltische Universität gegründet. Hier konnten DPs ein Studium aufnehmen oder fortführen sowie forschen und weitere Arbeit finden. Das junge akademische Profil der Staaten Estland, Litauen und Lettland wurde hier mit paritätischer Besetzung in allen Ebenen der Universitätsorganisation weiterverfolgt.36 Auch Universitäten boten eine Gemeinde, eine solche, die nicht zwingend auf nationalen Traditionen beruhte. Sie stellten ein Instrument zur Etablierung neuer sozialer Räume und damit Erschaffung eines Raumes mit der Möglichkeit zum autonomen Handeln dar. Wie in anderen Universitäten kamen in Hamburg DPs von verschiedenen Nationalitäten zusammen, da die baltischen Nationen allerdings wesentlich weniger Vorurteile einander gegenüber hegten, war dies eine einfacher vollbrachte Leistung als im nächsten Beispiel.

Als Ort für Handlungsspielraum und Handlungsbedarf von DPs ist die UNRRA Universität in München nicht zu vergessen. Ihren Ursprung in einzelnen Kursen zur Normalisierung des Alltages von DPs, hatte die Universität zunächst nur einen Übergangscharakter. Der Bedarf, die vom Krieg unterbrochenen Studien fortzuführen und damit einen Weg zurück zu einem regulären Leben zu erarbeiten, endete in diesem Beispiel mit einem größeren Einfluss als zunächst angedacht.37 Der Handlungsspielraum an der Universität war unter den DPs nicht durch nationale Zugehörigkeit eingeschränkt. Wenngleich der Einfluss dieser nicht zu verneinen ist, gab die UNRRA Universität Raum für eine neue transnationale Solidarität und einer kollektiven Identität unter DPs.38 Dies spricht der Aussage Wolfgang Jacobmeyers entgegen, dass Nationalität das einzige und dominanteste Konzept im Bewusstsein von DPs bildete. Die UNRRA Universität zeigt auf, dass Nationalität als einer der Hauptantriebe für DPs nicht nur gleichzeitig mit dem Konzept von Internationalität existierte, sondern diese auch vorantrieb.39 Die Auseinandersetzung mit der Organisation einer internationalen anti-faschistischen und anti-kommunistischen Universität ging aber weit über die Idee einer Bildungsstätte nur für DPs hinaus. Mit ihr nahmen DPs an der generellen Diskussion über Universitätsstrukturen teil und können als wichtige Beisteuerung zur Nachkriegsdebatte über die Bildungsreform verstanden werden. Im europäischen und internationalen Rahmen bietet die UNRRA Universität damit einen wichtigen Part in der Geschichte von integrativen Bewegungen.40

Auf einer anderen Ebene bieten die Geschehnisse um die UNRRA Universität allerdings weitere Darstellungen von Handlungswillen und den Wirkungsraum von DPs. Als die UNRRA ihren Entzug der Unterstützung für die Universität im Dezember 1946 bekannt machte, reagierten die Studierenden und Lehrenden mit einem Hungerstreik, Demonstrationen vor dem Deutschen Museum ((Das Deutsche Museum München stellte die Räumlichkeiten für die Universität.)) und Petitionen. Mit einem Demonstrationsmarsch zum Hauptquartier der Militärregierung im Januar 1947 erreichten sie eine Verlängerung der Universitätstätigkeit bis zum Ende des Wintersemesters.41

Verhandlung des Resettlements

In der Forschung zu DPs findet sich häufig der Schwerpunkt auf der Ebene der Organisationen, die zur Auflösung der Umstände der direkten Nachkriegszeit erstellt wurden: UNRRA und IRO. So wichtig das Verständnis der politischen Auseinandersetzungen der Besatzungsmächte mit DPs ist, so kann dabei selten ein genauerer Blick auf einzelne Personen im Detail erfolgen. Einzelne Fallbeispiele repräsentieren hierbei oftmals die Ausnahme zur Regel, werden aber außerhalb der Interaktion mit den Behörden nicht in den Fokus genommen. Die Untersuchung von einzelnen Personen und deren Dokumente42 war meistens auf Informationen für das jeweilige Lager oder die Umgebung davon abgezielt.43 Auch wenn die Verarbeitung, beispielsweise von CM/1 Dokumenten in erster Linie Aufschluss über Bewegungsmuster und damit über den Ablauf des Resettlements bieten, so ist in den Angaben der DPs auf diesen Dokumenten, besonders im Vergleich zu weiteren Dokumenten wie Memoiren oder Registrierungsdokumenten der Zielheimat, der Handlungsbereich zu erkennen.44 Die im Kontext von Resettlement entstandenen Dokumente sind nicht zu ignorieren. Die hier häufig beobachteten Verhandlungen von der IRO mit den Besatzungsmächten oder denen von der IRO mit den Empfänger-Ländern einmal Außen vorgelassen, bieten IRO Dokumente individuelle Erfahrungen von DPs, welche eigens mit der IRO in deren Außenbüros verhandelten und geben damit Einsicht in die Handlungsfähigkeit von DPs.45 Durch einen solchen Vergleich von CM/1 Dokumenten und Memoiren sind Aktionen wie Bestechung und Anlügen der zuständigen IRO Beamten erkennbar. Als Bestechung fungierte zu dieser Zeit oft eine Packung amerikanischer Zigaretten. Der Kontakt zum Schwarzmarkt war erneut eine Möglichkeit, ebenso wie eine Notwendigkeit, um die eigenen Entscheidungen durchzusetzen.46 Aber auch die generelle Ablehnung von lange erhofften Möglichkeiten zum Resettlement war eine Entscheidung die einige Familien treffen mussten. So waren Familien vor die Wahl gestellt, sich entweder zu trennen und gesunde Familienmitglieder umsiedeln zu lassen, während andere in den Lagern zurückblieben, oder weiterhin mit der gesamten Familie in den Lagern auszuharren.47 Es war eine Wahl, die zeitgleich die fehlende Entscheidungsfreiheit verdeutlicht.

Nonkonformität bei Kindern

National Archives and Records Administration, Public domain, via Wikimedia Commons

Zuletzt möchte ich auf eine oftmals vernachlässigte Gruppe eingehen: Kinder. In den Aufzeichnungen von Esma Banner wird von zwei Fällen berichtet, in denen sich Kinder direkt gegen die Handlungen der UNRRA / IRO gewehrt haben. Zum einen schrieb sie von einer Gruppe polnischer Kinder und Jugendlicher, welche kurz vor Weihnachten 1946 von einem Lagerwechsel hörten. Banner beschrieb die Acht- bis Achtzehnjährigen als unabhängige junge Menschen, die die Bezeichnung als DP ausdrücklich ablehnten und den UNRRA Mitarbeiter*innen sehr skeptisch gegenüberstanden. Um dem Lagerwechsel zu entgehen, organisierten sie mit Hilfe von weiteren polnischen DPs kurz vor Abreise einen schnellen und gänzlichen Rückzug. Die Kinder und Jugendlichen versteckten sich mehrere Tage in einigen Haushalten in einem naheliegenden polnischen Lager und entgingen ihrer Versetzung zumindest bis nach Weihnachten.48

Zum anderen berichtete Banner von einer Gruppe Jungen unter vierzehn Jahren, welche sich gegen die Repatriierung wehrten. Zwar sind Repatriierungsgegner*innen ein unumgängliches Thema bei der Auseinandersetzung mit DPs, allerdings sind die Erfahrungen mit den politischen Umständen von Kindern und das Verständnis für sie seltener erfasst. Das Interesse an Kindern und ihren Erfahrungen als DPs ist dabei unter Umständen erst später erwachsen, da lange Jahre die Idee vorherrschte, Kinder seien zu jung gewesen, um ihre Umgebung und das Leid um sich zu erfassen.49 Banners Aufzeichnungen zeigen das Eintreten von Kindern für ihre Bedürfnisse und damit ihre Handlungsfähigkeit auf.50 Trotz der offiziellen Regelungen, dass Kinder nicht zwangsrepatriiert werden konnten, mussten einige ihre Repratriierung vehement verweigern. Denn wie ehemalige Bewohner*innen später beschrieben, kamen nationale Vertretungen der jeweiligen osteuropäischen Länder in die Lager und versuchten die Kinder davon zu überzeugen, zurück in ihre Heimatländer zu kommen. Ihre Reaktionen zeigen Teile der Dimension ihres Handlungsspielraums auf: Zunächst ignorierten Kinder die Abgesandten. Als dies nicht half vertrieben sie sie mit Mitteln, die bis hin zum Anzünden eines Wagens eines Abgesandten reichten. Entgegen dem Erwarten der meisten Erwachsener, die mit der Verwaltung der Kinder beauftragt waren, hatten diese eben doch ein Verständnis für die politischen Umstände ihre Heimatländer und sahen dort keine Zukunft für sich.51


Beim Handlungsspielraum von DPs gibt es grundsätzlich zwei Sphären zu betrachten, die trotz Überschneidungen unterschiedliche Handlungen mit sich brachten: Der Einfluss auf den Alltag und den Einfluss auf die Zukunft. Zwar fokussiert sich der Handlungsspielraum von DPs weniger auf letzteres, dennoch sind trotz der starken Regulierungen Bestrebungen von DPs erkennbar, ihre Freiheit für die Zukunft wieder auszubauen. Während in der Forschung oftmals nur wenig auf Einzelfälle von Personen geachtet wird, bietet jedoch auch gerade die Einzelbetrachtung wichtige Schlussfolgerungen für übergeordnete Gruppen. Für die zukünftige Forschung wird die Auseinandersetzung mit CM/1 Akten im Verbund mit Quellen wie Memoiren, mehr Informationen über die Verhandlungen von DPs mit der IRO und damit den Einfluss von DPs preisgeben. Die Bedeutung von Dokumenten, die mit ihrem Inhalt von biographischen Informationen, häufig nur als Quelle für numerische Datensätze verstanden werden, können mit der richtigen Verarbeitung auch Handlungsbedarf und Handlungswille darstellen.

Die Optionen von Repatriierung oder Resettlement, entsprachen nicht nur den Ideen der Hilfsorganisationen und der Besatzungsmächte. Dies waren nicht nur die einzigen Optionen, mit denen sich DPs konfrontiert sahen. Es waren für die meisten DPs, die sich kein Leben im Ursprungsland ihres Leides aufbauen wollten, auch die einzigen angestrebten Wege in eine Zukunft. Sie bildeten diverse Gemeinden, erhielten ihre Traditionen und erschufen neue. Sie waren eben, entgegen jeglicher Kriegs-und Nachkriegserfahrungen, nicht hilflos und passiv im Angesicht der Umstände ihrer Zeit, sondern aktive Individuen, die bewusst agierten.

  1. Huhn, Sebastian: Negotiating Resettlement in Venezuela after World War II, in: Historical Social Research / Historische Sozialforschung , 2020, Bd. 45, Nr. 4 (174), Special Issue: Violence Induced Mobility (2020) S. 207. []
  2. Strobel ,Philipp / Hagen, Nikolaus: New Perspectives on Displaced Persons (DP’s) in Austria, in: Zeitgeschichte 47/2 (2020), S. 167. []
  3. Velke-Schmidt, Markus: Digitaler Zeitgschichtetag Innsbruck. [] []
  4. Care and Maintenance Files – Form to fill in for the application for IRO Assistance. Siehe Borggräfe 2020. []
  5. https://dpcampinventory.its-arolsen.org, zuletzt besucht: 09.04.2021. []
  6. Tomsic, Mary: “I feel I am at the stage now of really learning something”. Esma Banner. Post-Second World War Migration Worker and Photographer, in: Journal of Politics and History, University of Melbourne Australia, Bd. 65, Nr. 4, 2019 , S. 526. []
  7. Ibid. S. 519. []
  8. Nasaw, David: The Last Million. Europe’s Displaced Persons from World War to Cold War, Introduction: The War’s „living Wreckage“. []
  9. Ibid. []
  10. Huhn, Sebastian: Negotiating Resettlement in Venezuela after World War II, in: Historical Social Research / Historische Sozialforschung , 2020, Bd. 45, Nr. 4 (174), Special Issue: Violence Induced Mobility (2020) S.223. []
  11. Nowak, Katarzyna: A Gloomy Carnival of Freedom S. 114. []
  12. Ibid. S. 115. []
  13. Ibid. S. 117. []
  14. Ibid. S. 119. []
  15. Nowakowski, Tadeusz: Polonaise Allerheiligen, Kiepenheuer & Witsch, Köln 1959, S. 144. []
  16. DPs mit akademischer Ausbildung oder besonderen leitenden Fähigkeiten, welche Verwaltungspositionen einnahmen. []
  17. Nowak, Katarzyna: A Gloomy Carnival of Freedom. Sex, Gender, and Emotions among Polish Displaced Persons in the Aftermath of World War II, in: Aspasia. The International Yearbook of Central, Eastern, and Southeastern European Women’s and Gender History. Bd. 13, Nr. 1, 2019, S. 123. []
  18. Epp, Marlene: Women without Men: Mennonite Refugees of the Second World War, Univerity of Toronto Press, Toronto, 2000, S. 129. []
  19. Siehe die Aufweichung von Tradition in der direkten Nachkriegszeit. []
  20. Nowak, Katarzyna: A Gloomy Carnival of Freedom, S. 123. []
  21. Ibid. S. 122. []
  22. Epp, Marlene: Women without Men, S. 7/8. []
  23. Borggräfe,Henning: Exploring Pathways of (Forced) Migration, Resettlement Structures, and Displaced Persons‘ Agency, in: Historical Social Research / Historische Sozialforschung, 2020, Bd. 45, Nr. 4 (174), Special Issue: Violence Induced Mobility, S.63. []
  24. Nesselrodt, Markus: From Russian Winters to Munich Summers. DPs and the Story of Survival in the Soviet Union, in: Jahrbuch des International Tracing Service, Bd. 3, S. 193/194. []
  25. Nasaw, David: The Last Million, 4. Alone, Abandoned, Determined, the She’erit Hapletah Organizes. []
  26. Königseder, Angelika / Wetzel, Juliane: Displaced Persons. Zwischen Lagerexistenz und internationaler Politik. DP Camp Bergen-Belsen 1945-1950, in: Dachauer Hefte. Zwischen Befreiung und Verdrängen, H. 19, (2003), S. 209/210. []
  27. Knufinke, Ulrich: Synagogenraume der Displaced Persons und ihre Gestaltung, in: Christian Pletzing, Markus Velke (Hgg.): Beiträge zur Displaced Persons-Forschung, Leipzig 2016, S. 79. []
  28. Nasaw, David: The Last Million, 7. Inside the DP Camps. [] [] []
  29. Franzenburg, Geert: Dievs, svētī Latviju! – Gott segne Lettland! Die Rolle der lutherischen Tradition bei der Exilbewältigung am Beispiel Lettlands, in: Christian Pletzing, Markus Velke (Hgg.): Repatriierung – Lager – Integration. Beiträge zur Displaced Persons-Forschung, Leipzig 2016, S. 205. []
  30. Ibid. Jewish Survivors in Poland, Germany, and Austria. []
  31. Königseder, Angelika / Wetzel, Juliane: Displaced Persons. Zwischen Lagerexistenz und internationaler Politik, S. 214. []
  32. Nasaw, David: The Last Million, The Baltic Camps. []
  33. Ibid. The Polish Camps. []
  34. D’Erizans, Alex: Securing the Garden and Longing for Heimat in post-war Hanover, 1945 -1948, in: The Historical Journal, Nr. 58 (2015), Cambridge University Press 2015, S. 196. []
  35. Rass, Christoph und Tames, Ismee: Negotiating the Aftermath of Forced Migration, in: Historical Social Research / Historische Sozialforschung , 2020, Vol. 45, No. 4 (174), Special Issue: Violence Induced Mobility (2020), S. 13. []
  36. Velke, Markus: Baltisches Exil in Bonn: Der Baltische Christliche Studentenbund (BCSB) Bonn als Standort fur DP-Studenten, in: Christian Pletzing, Markus Velke (Hgg.): Repatriierung – Lager – Integration. Beiträge zur Displaced Persons-Forschung, Leipzig 2016, S. 232. []
  37. Holian, Anna: Displacement and the Post-war Reconstruction of Education: Displaced Persons at the UNRRA University of Munich 1945–1948, in: Contemporary European History, Bd. 17, Nr. 2 (2008), Cambridge University Press, S. 172. []
  38. Ibid. S. 167/8. []
  39. Holian, Anna: Displacement and the Post-war Reconstruction of Education, S. 169. []
  40. Ibid. S. 195. []
  41. Holian, Anna: Displacement and the Post-war Reconstruction of Education, S. 176. []
  42. Größte Grundlage hierfür sind die Arolsen Archives. []
  43. Borggräfe,Henning: Exploring Pathways of (Forced) Migration, S. 61. []
  44. Ibid. S. 64. []
  45. Huhn, Sebastian: Negotiating Resettlement in Venezuela after World War II, S. 222. []
  46. Epp, Marlene: Women without Men, S. 83. []
  47. Ibid. S. 84. []
  48. Mary Tomsic: “I feel I am at the stage now of really learningsomething”: Esma Banner, S. 529. []
  49. Höschler, Christian: “Those People Who Actually Do the Job…”. Unaccompanied Children, Relief Workers, and the Struggle of Implementing Humanitarian Policy in Postwar Germany, in: Historical Social Research / Historische Sozialforschung , 2020, Bd. 45, Nr. 4 (174), Special Issue: Violence Induced Mobility (2020), S. 230. []
  50. Mary Tomsic:“I feel I am at the stage now of really learningsomething”: Esma Banner, S. 530. []
  51. Höschler, Christian: “Those People Who Actually Do the Job…”, S. 238. []

Mara Spelthann

Seit 2018 studiere ich Geschichte und Englisch auf Lehramt an der Universität Bonn. Als angehende Lehrkraft liegt mir die Vermittlung der Bedeutung der Geschehnisse des Zweiten Weltkrieges und ebenso der Nachkriegszeit am Herzen. Zu häufig fällt mir auf, welche Leerstelle und Perspektivmangel insbesondere die Nachkriegszeit in der schulischen Bildung aufweist. Neben meinem Bestreben dies, zunächst und fortlaufend mit meiner eigenen Bildung und dann im Unterricht, entgegen zu wirken, interessiere ich mich für eine inklusive Bildung. Neben meinem Studium arbeite ich daher, nicht nur als selbstständige Veranstaltungstechnikerin, sondern bin auch als Alltagsassistenz aktiv.

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