Saskia Geisler

Zufällig Osteuropa

Ich bin in meinem zweiten Semester bei der Osteuropäischen Geschichte gelandet – erst einmal nur, um mal etwas zu machen, wovon ich in der Schule noch nicht gehört hatte. Und dann bin ich irgendwie hängen geblieben, habe angefangen Russisch-Kurse zu belegen (und es mehr schlecht als recht gelernt…).

Ich habe schon während des Studiums mehrere Praktika gemacht und immer wieder gemerkt, dass es praktisch ist, mehr über Osteuropa zu wissen, da für diese Region oft die Expertise fehlt. Das war zum Beispiel beim ZDF so (da war ich eine Zeit lang im Bereich Dokumentationen tätig). Für mich und mein Studium war vor allem das Praktikum am Deutschen Historischen Institut in Moskau bereichernd, weil ich hier einerseits das Land und die Sprache ein bisschen besser kennenlernen konnte und außerdem meine Fähigkeiten rund um Wissenschafts- und Veranstaltungsmanagement erweitern konnte.

Nach dem Studium habe ich erst beim ZDF gearbeitet, später bei der Unternehmenskommunikation. Beide Tätigkeiten hatten keinen direkten Osteuropa-Bezug. Da ging es mir eher so, wie wahrscheinlich den meisten Geisteswissenschaftler*innen: Vernetztes Denken, Kreativität, solides Recherchieren waren hier hilfreich.

Ich habe mich dann noch für die Promotion im Bereich der Osteuropäischen Geschichte entschieden und in dieser Phase angefangen, mich stärker über die Ruhr-Uni hinaus zu vernetzen. Besonders hilfreich war dabei für mich die Deutsche Gesellschaft für Osteuropakunde (DGO e.V.). Ich habe dabei mitgeholfen, die „Junge DGO“ aufzubauen. Seither bietet die DGO immer mehr Veranstaltungen speziell für junge Menschen an, besonders die jährliche „Zukunft Osteuropa“ hilft, Perspektiven aufzuzeigen, es gibt Mentoring-Programme undundund. Beim Vernetzen geht es gar nicht so sehr darum, Klinken zu putzen und allen zu erzählen, wie toll wir sind, sondern vielmehr mitzubekommen, was woanders geht, wo es vielleicht gerade coole Stellen gibt oder wer das Lieblingsbuch genauso feiert…

Gerade arbeite ich an der Fernuni in Hagen an einem Postdoc-Projekt zu Antisklavereibewegungen im 19. Jahrhundert (wer mehr dazu lesen will, das geht hier). Insofern helfen mir gerade eher meine geschichtswissenschaftlichen Kenntnisse im Allgemeinen, als mein Wissen zur Osteuropäischen Geschichte. Ich bin aber sicher, dass ich auch zu diesem Themenkreis zurückkehren werde.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.